Bessere Prognose in der Darmkrebsvorsorge bei zertifizierten Zentren

Wie eine Dresdner Forschungsgruppe jüngst belegen konnte, werden Darmkrebspatienten in Zentren mit entsprechend zertifiziertem Qualitätsmanagement (QM) besser versorgt als Zentren ohne solche Zertifizierung. Die Arbeit dazu ist im European Journal of Surgical Oncology erschienen.

Ausschnitt zum Hintergrund der Studie: „Darmkrebs erfordert eine interdisziplinäre Versorgung, wobei die Qualität der anfänglichen chirurgischen Behandlung ein wichtiger prognostischer Faktor ist. Die Einführung von Qualitätsstandards auf der Basis von Struktur- und Verfahrensindikatoren in der Routineversorgung durch Zertifizierung (Deutschland) oder Akkreditierung (USA) ist eine etablierte Qualitätssicherungsmethode. Hinweise auf Effekte sind jedoch selten. Wir haben eine populationsbasierte Kohortenstudie durchgeführt, um die Wirksamkeit der Darmkrebsvorsorge in zertifizierten gegenüber nicht-zertifizierten Krankenhäusern zu untersuchen.

Wie das Ärzteblatt berichtet, zeigten die Untersuchungen positive Effekte zugunsten der zertifizierten Zentren bezüglich des Überlebens, der 30-Tage-Mortalität und der operativen Nachbehandlung. Die 30-Tage-Mortalität bei Patienten, die in nicht zertifizierten Kliniken operiert wurden, fiel fast doppelt so hoch aus, wie bei den Patienten, die sich in zertifizierten Zentren einer Therapie unterzogen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zertifizierung mit einer höheren Behandlungsqualität und Patientensicherheit in der Versorgung des Kolonkarzinoms sowie einer besseren Prognose einhergeht“, sagte Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Dresdner Uniklinikums.

Die Wissenschaftler wollen nun prüfen, ob die positiven Effekte der Zertifizierung auch bundesweit und für andere Arten von Krebs gelten. Das dazu aufgelegte Projekt „Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“ wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert.

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