bng sieht Optimierungsbedarf bei Einladungsschreiben zur Darmkrebs­früherkennung

Die schriftliche Einladung zur Darmkrebsvorsorge soll Anspruchsberechtigte motivieren, das Angebot zur Risikominimierung bei der dritthäufigsten Krebstodesursache auch tatsächlich anzunehmen. “Die Idee ist gut, aber die Durchführung lässt unglücklicherweise sehr zu wünschen übrig.”, so die Sprecherin des bng Dr. Dagmar Mainz.

Sowohl das Zusammen­spiel der unterschiedlichen Beteiligten als auch das Einladungsschreiben zur Teil­nahme am Darmkrebs­screening lasse zu wünschen übrig, moniert der bng in einem neuen White­pa­per zu Errungenschaf­ten und Fehlentwicklungen des bundesweiten Programms. Deshalb sollten aus Sicht des bng beispielsweise private Kran­ken­ver­siche­rungen gezielt stärker einge­bunden werden. „Bedauerlicherweise richtet sich das gesetzlich geschaffene Einladungsverfahren zur Darmkrebsvorsorge bislang nur an Mitglieder der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung“, schreibt der bng.

Es steht außer Frage, dass Deutschland mit dem Einladungsverfahren auf dem richtigen Weg ist, um dem Darmkrebs-Screening-Programm zu einer höheren Durchschlagskraft zu verhelfen und so die Zahl von jährlich rund 26.000 Darmkrebsopfern deutlich zu verringern. Es hat trotz Corona-Zeiten, in denen Menschen den Arztbesuch eher meiden, dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach Vorsorge-Darmspiegelungen nicht nachgelassen, sondern zugenommen hat.

“Das sollte für alle Beteiligten ein Ansporn sein, mit prägnanten und verständlichen Informationen noch sehr viel mehr Anspruchsberechtigten klar zu machen, dass die Darmspiegelung eine Methode ist, die Krebs verhindert”, appelliert Dr. Mainz. “Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte haben im Schulterschluss mit der medizinischen Fachgesellschaft für Verdauungskrankheiten DGVS entsprechende Vorschläge auf den Tisch gelegt. Gerade im Hinblick auf die anhaltende Corona-Krise ist jede Verbesserung zu begrüßen, die den Menschen verständlicher erklärt, dass das Risiko an Darmkrebs zu erkranken viel höher ist als das Risiko, sich in einer Magen-Darm-Arzt-Praxis mit dem Corona-Virus zu infizieren.”

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