Digitalisierung in Krankenhäusern - ein weiter Weg

Eine Zwischenauswertung von Nutzerdaten des Analy­setools „Check IT“ des Marburger Bundes hat ergeben, dass klinische Prozesse bisher nur partiell und unzureichend durch IT-Systeme unterstützt werden, sodass der potenzielle Nutzen der Digitalisierung oft noch nicht ansatzweise ausgenutzt werden kann. Mit dem vom Marburger Bund (MB) und dem Bundesverband Gesundheits-IT entwickel­ten Tool “Check IT” können Ärzte seit Ende Mai 2019 systematisch den Nutzen von IT-Lösungen in 88 klini­schen Einzelprozessen bewerten.

“Das Analysetool Check IT ist ein Novum im Gesundheitswesen. Ärztinnen und Ärzte erhalten damit erstmalig die Möglichkeit, eine Nutzenbewertung digitaler Lösungen in klinischen Prozessen vorzunehmen. Gemeinsam mit dem Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) hat der Marburger Bund eine Online-Checkliste entwickelt, die der Komplexität der verschiedenen Abläufe im Krankenhaus Rechnung trägt.”

In die jetzt vorgelegte erste, nicht repräsentative Auswertung, auf die sich das Ärzteblatt in einem Artikel beruft, sind die Angaben von mehr als zweihundert Krankenhausärzten eingeflossen. Sie liefert detaillierte Daten zur Pro­zess­unterstützung (Verfügbarkeit & Nutzung), Nutzbarkeit (Usability) und zum Nutzen (Wirkung) von IT-Lösungen in klinischen Arbeitsprozessen. Das Ergebnis der Auswertung ist eher ernüchternd: So ergibt sich im Gesamtdurchschnitt ein “Digitaler Reifegrad” von lediglich 48 Prozent. Gründe für die unzureichende IT-Unterstützung liegen laut Marbur­ger Bund vor allem in der fehlenden Verfügbarkeit, im Nebeneinander von analogen und digitalen Prozessen und damit verbundenen Medienbrüchen sowie in einer unzureichenden Funktionalität für eine vollständige Prozessunterstützung, so das Ärzteblatt in einem Artikel vom 9. Dezember 2019.

So gab etwa die Hälfte der Teilnehmer an, dass die notwendige Software nicht überall verfügbar ist, wo sie benötigt wird, sondern etwa nur an einzelnen Arbeitsplätzen oder in einigen Abteilungen. Nur 16 Prozent der Teilnehmer bejahten weitgehend oder vollstän­dig, dass mobile Endgeräte und damit nutzbare klinische Programme verfügbar sind, bei der WLAN-Verfügbarkeit waren dies 26 Prozent der Teilnehmer.

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