Gezieltere Steuerung der Gesundheitsversorgung

In einem 780 Seiten langen Gutachten empfiehlt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) eine deutlich gezieltere und qualitativere Steuerung sowohl des medizinischen Leistungsangebots als auch der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.

Eine gezieltere Steuerung sowohl des medizinischen Leistungsangebots als auch der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen empfiehlt der Sachver­ständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR). Ein entsprechendes Gutachten, das auf 780 Seiten weitreichende Analysen und mehr als 70 Einzelempfehlungen enthält, übergab der Vorsitzende des Rates, Ferdinand Gerlach, heute in Berlin an Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG).

„Der rote Faden, der sich durch alle Kapitel zieht, steht schon im Titel: „Bedarfs­gerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung“, erklärte Ferdinand Gerlach, der Vorsitzende des Rates, der das Gutachten an das BMG überreichte. „Im Ergebnis halten wir eine gezieltere, nicht unbedingt mehr Steuerung für notwendig.“ Der Sachver­ständigenrat habe festgestellt, dass es nach wie vor ein Nebeneinander von Über-, Unter- und Fehlversorgung gebe – trotz aller Reformgesetze der vergangenen Jahre, die zum Teil etwas bewirkt, zum Teil aber auch Dinge noch nicht oder nicht entschlossen genug angepackt hätten.

Der Rat kommt zu dem Schluss, dass auch die unausgewogene Verteilung von Arztpraxen hier ihren Ursprung finde.Ausscahlggebend dafür sei das Setzen falscher Kriterien. Statt der historisch fortgeschriebenen Verhältniszahlen müsste das Alter der Ärztinnen und Ärzte ebenso berücksichtigt werden, wie die Zunahme von Angestelltenverhältnissen. Die Planung eines bedarfsgerechten Angebots sollte sich deshalb weniger an der Zahl der Ärzte als vielmehr an deren tatsächlichem Angebot und deren Arbeitsstunden orientieren, findet der Rat.

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