Herausnahme der Pflegepersonalkosten aus dem DRG System sorgt für Angst vor Liquiditätsproblemen

Auf der jüngst in Berlin durchgeführten Jahrestagung des Verbandes der Krankenhausdirektoren (VKD) kam deutlich zum Ausdruck, dass die Krankenhäuser der Herausnahme der Pflegepersonalkosten aus dem DRG System mit Skepsis und Sorge entgegensehen. “Die Herausnahme der Pflegepersonalkosten ist ein unge­heu­rer Eingriff in das DRG-System […] Ich kann Ihnen nicht sagen, wie im Jahr 2020 Ihre Budgets aussehen werden. Und ich fühle mich nicht gut dabei.”, so der Präsident der Deutschen Krankenhausgesell­schaft (DKG), Gerald Gaß.

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz hat die Bundesregierung ab dem Jahr 2020 die Einführung eines Pflegebudgets vorgesehen, bei dem die Krankenhäuser hausindividuell die Pflegepersonalkosten mit den Krankenkassen vor Ort verhandeln. Die bislang in den Diagnosis Related Groups (DRG; diagnosebezogene Fallgruppen) ein­gepreisten Pflegepersonalkosten sollen zuvor in einem aufwendigen Verfahren aus den einzelnen Fallpauschalen herausgerechnet werden. Da jedes Krankenhaus ein anderes Leistungsportfolio anbietet, ist jedes Haus von dieser Maßnahme in unterschiedlichem Maß betroffen.

Ein besonderes Problem könnten vor allem die Übergangsregelungen werden. Dazu sagte Gaß dem Deutschen Ärzteblatt: “Wir können nicht absehen, was diese Regelung für die einzelnen Krankenhäuser bedeu­ten wird […] Die Krankenhausfinanzierung ist ein sehr kompliziertes Feld. Im DRG-System sind viele Sachverhalte miteinander verknüpft. Wenn Sie einen Baustein herausbrechen, kann es sein, dass das ganze Gebäude ins Wanken gerät.

In der Übergangszeit sind 130 € pro vollstationärem Belegungstag als Ausgleichszahlung an die Krankenhäuser eingeplant. Die Klinikdirektoren sind skeptisch, dass dieser Betrag reichen kann, um kostendeckend zu arbeiten. Wenn es bei diesem Betrag bleibe, werde es im kommenden Jahr zu einer gigantischen Unterdeckung der Personalkosten kommen. „Ich habe das Gefühl, dass die Tragweite der Auswirkungen dieser Regelung auf die Liquidität der Krankenhäuser überhaupt nicht wahrgenommen wird“, kritisierte Peter Asché, Kaufmännischer Direktor des Uniklinikum Aachen.

Die DKG fordert ein Zeichen der Annähreung des Bundesgesundheitsministeriums und die zeitnahe Umstellung des Systems ohne eine wie bisher geplante eineinhalbjährige Lücke.

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