Interoperabilität der ePA der gematik unzureichend

Die Spezifikation der elektronischen Patientenakte (ePA), die die gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte kurz vor Jahresende 2018 vorgelegt hat, ist im Hinblick auf die geforderte Interoperabilität ungenügend. Diese Bewertung haben Experten von IHE Deutschland jetzt in einer öffentlichen Stellung­nahme abgegeben.

Seit 19.12.2018 sind die Spezifikationen der elektronischen Patientenakte (ePA) veröffentlicht und damit erstmalig u.a. auch den Standardisierungsorganisationen im Detail zugänglich. Die ePA soll sich durch Wirtschaftlichkeit und Interoperabilität auszeichnen. In diesem Kontext legt die gematik auch Wert auf die Feststellung, dass die Konzepte der ePA auf Integrationsprofilen bzw. Spezifikationen der international anerkannten Organisation „Integration the Healthcare Enterprise“ (IHE) basieren. Die Experten der IHE Deutschland e.V. haben die ePA-Spezifikationen begutachtet und stellen eine proprietäre Verwendung der IHE-Vorgaben fest. Weder die ePA-Spezifikationen noch die Vorgehensweise bei deren Erstellung kann aus aktueller Sicht als IHE-konform bezeichnet werden. Interoperabilität im Sinne der IHE ist nur unter konsequenter Einhaltung aller Vorgaben der IHE möglich.

Das IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) kommt in einer aktuellen öffentlichen Stellungnahme zu dem nüchternen Fazit, dass die aktuelle Version der ePA alles andere als interoperabel ist: „Weder die ePA-Spezifikationen noch die Vorgehensweise bei deren Erstellung kann aus aktueller Sicht als IHE-konform bezeichnet werden“. Projekte in Österreich und der Schweiz hätten eine grundsätzliche Praxistauglichkeit bereits unter Beweis gestellt, es seien daher dringend Nachbesserungen an der deutschen Variante notwendig, damit dies sinnvoll im Alltag eingesetzt werden könne.

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