MFA gehen bei Coronabonus wohl leer aus

Medizinische Fachangestellte (MFA) müssen sich darauf einstellen, keinen Coronabonus wie das Pflegepersonal auf Intensivstationen zu erhalten. Das legen Aussagen aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nahe.

Entsprechend antwortete Staatssekretärin Sabine Dittmar (BMG) auf eine schriftliche Anfrage der CDU: “Medizinische Fachangestellte (MFA) leisten wie alle Fachberufe im Gesundheitswesen nicht nur in pandemischen Notlagen wichtige Arbeit und tragen wesentlich zu unserer guten Gesundheitsversorgung in Deutschland bei.“, betonte aber gleichzeitig: “Neben wertschätzenden Arbeitsbedingungen ist es grundsätzlich nachvollziehbar, wenn auch für diejenigen MFA, die in der aktuellen Lage besonders gefordert sind, die Frage nach einer Anerkennung ihrer Leistungen in Form eines Sonderbonus entsprechend dem Beispiel in der Pflege gestellt wird. Allerdings muss die Politik die Stabilität des gesamten Systems im Blick behalten, so dass nicht alles, was ggf. wünschenswert wäre, umgesetzt werden kann.“.

Wie das Ärzteblatt berichtet, zeigte sich der Verband medizinischer Fachberufe verärgert. „Diese Antwort macht uns fassungslos, sie ist unfair und geradezu absurd“, erklärte Verbands-Chefin Hannelore König. Sie frage sich, wo die Stabi­li­tät des Systems bleibe, wenn der stationäre Sektor und die Pflegeeinrichtungen immer wieder staatlich be­zuschusst würden und den Beschäftigten im niedergelassenen Bereich kaum ein Dankeschön geboten werde. Der Verband medizinischer Fachberufe, der erst am 16. Dezember des vergangenen Jahres in Berlin für die Anliegen der MFA auf die Straße gegangen war, rief daraufhin erneut zu Protesten auf.

Kritik kam auch von den Ärzten, die mehrfach einen staatlichen Bonus für MFA eingefordert hatten. „Das Praxispersonal muss genauso wertgeschätzt werden, wie die Pflegekräfte in Krankenhäusern und Al­ten­hei­men. Eine differenzierte Behandlung der Berufsgruppen ist nicht vermittelbar“, sagte Mark Barjen­bruch dem Ärzetblatt, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN).

Der stellvertretende KVN-Vorsitzende, Jörg Berling, ergänzte: „Durch fehlende politische Wertschätzung sinkt die uneingeschränkte Bereitschaft des Praxispersonals, die umfangreichen Impf- und Testkampag­nen in der Pandemie mitzutragen. Es wird eine weitere Abwanderung des knappen Personals aus den Arztpraxen und eine weitere Beschädigung der ambulanten Versorgung geben“.

Zur Antwort auf die schriftliche Anfrage

Zum Artikel im Ärzteblatt