Mittelknappheit in der Gastroenterologie

Umgang mit Mittelknappheit in der Gastroenterologie – Ergebnisse einer Befragung von Krankenhausärzten

Hintergrund und Fragestellung

Im Krankenhausmarkt besteht allgemein ein hoher wirtschaftlicher Druck, dem die Krankenhäuser sowohl durch Kosteneinsparungen als auch durch Leistungsausweitungen zu begegnen versuchen. Angesichts der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen des DRG-Systems und der unzureichenden Investitionsfinanzierung stellt sich die Frage, inwieweit die Patientenversorgung und die Arbeitsbedingungen der Ärzte durch diese Umstände beeinflusst werden. Insbesondere gastroenterologische Leistungen gelten gemeinhin als unzureichend im DRG-System abgebildet. Vor diesem Hintergrund fokussiert sich die Untersuchung auf diesen Fachbereich.

Methodik

Basierend auf früheren Studien sowie mehreren halbstrukturierten Interviews mit stationär tätigen Gastroenterologen wurden fachbereichs- und zielgruppenspezifische Fragebogen für Chefärzte,Oberärzte und Assistenzärzte entwickelt. Insgesamt wurden 1751 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungsund Stoffwechselkrankheiten (DGVS) angeschrieben. Von 642 Teilnehmern wurde der Fragebogen beantwortet – der Rücklauf beträgt somit 36,7%. Die Antworten wurden deskriptiv und mittels multivariater Analyseverfahren untersucht.

Ergebnisse

Ein erheblicher wirtschaftlicher Druck wird von den befragten Gastroenterologen wahrgenommen. Dieser manifestiert sich primär in Versorgungsdefiziten im Bereich der Zuwendung und Pflege der Patienten – ebenfalls wird die Arbeitszufriedenheit negativ beeinträchtigt. Zudem werden Probleme in der Personalrekrutierung festgestellt, die jedoch nur teilweise auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen sind. Rationierung stellt in der Gastroenterologie ein vergleichsweise seltenes Phänomen dar. Auch finanziell motivierte Überversorgung erscheint eher nachrangig. Tendenziell werden mehrere Problembereiche, die Patientenversorgung betreffend, von den Assistenzärzten insgesamt etwas kritischer gesehen als von den Chefärzten.

Schlussfolgerungen

Insgesamt ist die Situation der Gastroenterologie mit anderen Fachbereichen vergleichbar – bei einzelnen Fragestellungen (z. B. nach erhöhten Eingriffszahlen) gibt es jedoch Abweichungen. Angesichts einer als unzureichend empfundenen Abbildung gastroenterologischer Leistungen im DRG-System sind weitergehende Projekte zur verbesserten Abbildung anzudenken.

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