Pflegenotstand: Tiefpunkt noch nicht erreicht

Wie das Deutsche Ärzteblatt am 8. Juni berichtete, ist beim Pflegenotstand in Deutschland noch nicht das Ende der Abwärtsspirale erreicht. Dass es in deutschen Krankenhäusern einen teils eklatanten Pflegenotstand gibt, da waren sich die Experten im Rahmen des Hauptstadkongresses in Berlin einig. „Wir können heute 120 der 2.000 Vollzeitstellen im Pflegedienst nicht besetzen“, sagte so der Pflegedirektor des Universitätsklinikums Münster, Thomas van der Hooven dem Deutschen Ärzteblatt. „Die Folge ist: Wir haben aktuell circa 50 Betten geschlossen. 12 Prozent unserer OP-Saal-Kapazitäten können wir nicht nutzen. Das hat natürlich auch Folgen für das wirtschaftliche Ergebnis.“

Der Vorstandsvorsitzende des Albertinen-Diakoniewerks aus Hamburg, Matthias Scheller, berichtete gegenüber dem Ärzteblatt aus seinem Haus: „Wir mussten Betten schließen und wir müssen geplante Operationen absagen, weil wir nicht genügend Pflegekräfte haben.“ Im Pflegebereich „befinden wir uns in einer Negativspirale“. Durch den Personalmangel bei steigenden Fallzahlen komme es zu einer Arbeitsverdichtung, die wiederum noch mehr Pflegekräfte veranlasse, ihre Arbeitszeit zu verkürzen oder ganz aus dem Beruf auszusteigen. „Dieses Problem wurde von vielen Vorständen unterschätzt, die gehofft haben, dass es sie schon nicht treffen werde“, meinte Scheller. Doch „ich befürchte, dass wir das Ende der Abwärtsspirale noch nicht erreicht haben.“

Einen ausführlichen Überblick liefert der Artikel des Ärzteblatts.

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