Reformbedarf bei der sektorenübergreifenden Versorgung

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) bescheinigt der deutschen Gesundheitswesen in seinem neuen Gutachten auf 780 Seiten einigen Reformbedarf. So sei die Kluft zwischen den Versorgungssektoren zu groß, die Krankenhausplanungen in den Ländern zu unterschiedlich und die Versorgungsplanung insgesamt zu inhomogen.

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, schoben sich bei der Vorstellung des Gutachtens der Gesetzgeber und die ärztliche Selbstverwaltung gegenseitig den Handlungsbedarf zu. So fragte Ulrich Orlowski, Abteilungsleiter Gesundheits­versorgung und Kran­ken­ver­siche­rung im BMG in Richtung KBV und DKG: „Eigentlich ist alles, was die Partner in der Selbstverwaltung fordern, schon gesetzlich geregelt. Aber warum wird alles, was möglich ist, nicht umgesetzt?“. Als Beispiel nennt er die sektoren­übergreifende Zusammenarbeit nach Paragraf 116b SGB V., bei der der Gemeinsame Bundesausschuss die Regelungen zu bürokratisch ausgelegt habe, da in der Mehrheit der Entscheider eine Änderung nicht gewünscht sei. Orlowski kündigte weiter an, eine „Entbürokratisierung zu organisieren, damit die Selbstverwaltung nicht mehr so viel regeln kann“.

Andreas Gassen, Vorsitzender der KBV entgegnete dem: „Wir haben nun die ASV-Rheumatologie beschlossen. Das wird sicherlich der Lackmustest werden, ob wir da noch einmal die Kurve bekommen“. Auch für Gerald Gaß, dem Präsidenten der DKG, ist die Versorgung nach 116b eine große bürokratische Hürde, die für die Anträge dazu viel zu viel Kapazitäten in Anspruch nimmt. „Daher hat die Politik ja gerne die Verantwortung für die Gestaltung der Versorgung an die Selbstverwaltung abgegeben“.

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