Wesentliche Änderungen für Niedergelassene im neuen Jahr

Im neuen Jahr ergeben sich zahlreiche Änderungen für Arztpraxen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat dafür einen umfangreichen Überblick erstellt. Einige Änderungen werden in den kommenden Monaten gültig. Die Änderungen betreffen verschiedene Bereiche, wie Vergütungen für bestehende Leistungen, Verwaltungsregeln und neue Leistungen der gesetzli­chen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV).

Zu den Neuregelungen zählt unter anderem, dass der Orientierungswert zum 1. Januar auf 11,1244 Cent angehoben wurde (alt: 10,9871 Cent). Damit steigen die Preise für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen um 1,25 Prozent. Das sind insgesamt etwa 500 Millionen Euro mehr, die für die ambulante Versorgung zur Verfügung stehen.

Versandkosten für Arztbriefe werden bis zum 1. Oktober 2021 weiterhin ohne Limit erstattet. Die KBV konnte in den Verhandlungen mit den Krankenkassen erreichen, dass die zum 1. Juli 2020 eingeführten Höchstwerte für Porto bis zum 30. September dieses Jahres ausgesetzt werden. Hintergrund ist, dass die nötige Technik für den elektronischen Versand und Empfang der Briefe noch nicht flächendeckend zur Verfügung steht. Wer Arztbriefe bereits jetzt elektronisch versenden kann, bekommt dies ebenfalls vergütet.

Mit Inkrafttreten des Patientendaten-Schutzgesetzes wird das Notfalldatenmanagement höher vergütet. Für den Zeitraum von einem Jahr ab dem 20. Oktober vorigen Jahres wurde die Vergütung für das Anlegen des Notfalldatensatzes verdoppelt.

Corona Sonderregeln verlängert

Zahlreiche Sonderregelungen während der Corona-Pandemie wurden aufgrund der angespannten Infektionslage um drei Monate bis zum 31. März 2021 verlängert. Sie wären ansonsten zum Jahresende ausgelaufen. Dazu gehören die Regelungen zur telefonischen Konsultation, Videosprechstunde und Erstattung von Portokosten.

Die KBV bietet auf ihrer Themenseite zum Coronavirus eine aktuelle Übersicht mit allen derzeit gültigen Sonderregelungen.

PraxisNachrichten: Corona-Sonderregelungen bis 31. März 2021 verlängert (14.12.2020)

Testphase der ePA beginnt

Die Testphase für die elektronische Patientenakte (ePA) hat zu Jahresbeginn begonnen. Die ePA wird dazu zunächst in ausgewählten Praxen und Krankenhäusern in den Regionen Westfalen-Lippe und Berlin eingeführt. Ihr flächendeckender Einsatz in den Praxen ist ab Juli geplant: Ärzte und Psychotherapeuten sind dann gesetzlich verpflichtet, die digitalen Akten mit Befunden und Therapieplänen zu befüllen und Daten auszulesen, sofern der Versicherte dies wünscht.

Diese und viele weitere Informationen finden Sie auf der Übersicht der KBV.

Zur Übersicht Neuerungen in 2021 der KBV