Zunehmende Inzidenz von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen

Die Gesamtinzidenz von Darmkrebs ist in vielen Ländern mit hohem Einkommen rückläufig, dennoch zeigten nun zwei Studien – Lancet Gastroenterology & Hepatology (2019; doi: 10.1016/S2468-1253(19)30147-5) und Gut (2019; doi: 10.1136/gutjnl-2018-317592) –, dass in einigen Ländern mit hohem Einkommen die Inzidenz bei Erwachsenen unter 50 Jahren stetig zunimmt. Zu den untersuchten Ländern gehörten Australien (1983-2012), Dänemark (1978-2012), Großbritannien (1995-2014), Irland (1995-2013), Kanada (1995-2014), Neuseeland (1995-2014) und Norwegen (1953-2014).

Es wurden Daten aus insgesamt 21 Krebsregistern in den genannten Ländern, bzw. über 140 Mio. Menschen ausgewertet. In allen untersuchten Ländern wurde insgesamt ein Rückgang oder mindestens eine Stagnation der Fälle von von Dickdarm- und Rektalkarzinomen festgestellt. In den letzten 10 Jahren, für die Daten verfügbar waren, wurde jedoch in denselben Ländern ein signifikanter Anstieg der Darmkrebshäufigkeit bei Menschen unter 50 Jahren festgestellt. Gleichzeitig sank die Inzidenz von Dickdarmkrebs bei Menschen im Alter von 50 bis 74 Jahren. Die Zunahme des Auftretens von Darmkrebs bei Menschen unter 50 Jahren war hauptsächlich auf die Zunahme distaler (linker) Tumoren des Dickdarms zurückzuführen. Weitere Studien seien notwendig, um die Ursachen für diese steigende Inzidenz zu ermitteln und potenzielle Präventions- und Früherkennungsstrategien zu entwickeln.

Zur Studie in Lancet Gastroenterology & Hepatology

Zur Studie in Gut